Archiv für das Tag 'Moränenlandschaft'

Aug 12 2011

Rundwanderung auf Großzicker

Autor: . Abgelegt unter Mönchgut,Wanderungen

Wir stellen das Auto am Parkplatz an der Kirche in Groß Zicker ab. Die Halbinsel Groß Zicker ist eine typische Endmoränenlandschaft mit Hügelreihen, sanften Kuppen und Steilufern. Sie markiert den Eisrand eines länger ruhenden Gletschergebietes. Nach Süden flacht die hügelige Endmoränenlandschaft bis auf wenige Meter über Meereshöhe ab. Auch der unregelmäßige Küstenverlauf Mönchguts mit seinen zahlreichen Einbuchtungen und Halbinseln wirkt wie eine kleinformatige Ausgabe der Kontur Gesamtrügens.

9 moränenlandschaftVorbei an der spätgotischen Dorfkirche, der um 1360 errichteter Backsteinbau ist das älteste Gebäude auf Mönchgut und liegt inmitten eines Friedhofs, auf dem noch fast einhundert verwittere Grabwangen aus der Zeit um 1900 stehen, steigen wir hinauf zur höchsten Erhebung, den 66 m hohen Bakenberg, der uns eine herrliche Rundumsicht ermöglicht, an klaren Tagen ist wie vom Südperd aus die Insel Usedom am Horizont zu erkennen. Zunächst geht es auf dem Kammweg in Richtung Nonnenloch, halten uns im Zweifel jedoch immer rechts, d.h. zur Gagerschen Seite, denn dorthin steigen wir nach dem Ortsende ab und folgen dem beschilderten Hochuferweg: Im Frühjahr finden wir unzählige Frühlingsblüher, wie z.B. den Lerchensporn. Die Hänge vor dem Nonnenloch sind im April gelb, denn hier blühen unzählige Schlüsselblumen, im Sommer kann man auch auf Schlangen beim Sonnen treffen. Der Abstieg zum Nonnenloch und ein kurzes Verweilen am Strand lohnen sich immer.

Wir wenden uns sofort nach Osten und steigen durch ein Tal hoch und gehen dann auf dem kürzesten Weg nach Groß Zicker. Wir durchqueren den malerischen Ort und kommen am 1720 erbauten Pfarrwitwenhaus vorbei. Dies ist eines der ältesten noch erhaltenen Häuser auf Rügen, charakteristisch an diesem niederdeutschen Hallenhaus sind das auffällig spitze Rohrdach, der „Zuckerhut“, und die verwendeten Materialien wie Holz und Lehm. Das Pfarrwitwenhaus war eine soziale Einrichtung. Die nach dem Ableben eines Pfarrers mittellosen Witwen erhielten hier Unterkunft und alles zum Lebensunterhalt Notwendige.

Dieses historische Kleinod – seit Langem ein beliebtes Motiv für Maler, Literaten, Fotografen – wird heute als Begegnungsstätte, Museum und Galerie genutzt. Ein typischer Bauerngarten mit auf Mönchgut beheimateten Blumen und Naturpflanzen vollendet die malerische Kulisse.

Streckendetails: ca. 9 km, sehr hügelig, überwiegend Naturwege.

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Aug 01 2011

Herrliches Mönchgut

Autor: . Abgelegt unter Mönchgut

6 kammwegMönchgut ist eine von Moränen geprägte knapp 30 km² große Halbinsel im Südosten Rügens mit mehreren Landzungen wie dem Reddevitzer Höft, Klein und Groß Zicker. Die Bucht zwischen Rügen und dem Reddevitzer Höft heißt Having. Östlich liegt die Insel Greifswalder Oie.

Den Namen erhielt die Halbinsel im Mittelalter, als sie dem Klosters Eldena bei Greifswald gehörte. Fürst Jaromar II. von Rügen hatte das Land Reddevitz, das den größeren Teil der Halbinsel bildet, 1252 dem Kloster übergeben. Den übrigen, südlichen Teil der Halbinsel kaufte das Kloster 1360 von der Familie Bonow. Das Kloster trennte seinen Besitz durch den nördlich von Baabe gelegenen Mönchsgraben vom Rest Rügens ab. Nach der Reformation fiel Mönchgut an den Landesherrn.

Auf Mönchgut wächst Schilfrohr, das zum Decken der Reetdächer, oder wie man in Mecklenburg-Vorpommern sagt: Rohrdächer, verwendet wird. Diese zu Beginn des 19. Jahrhunderts übliche Dacheindeckung ist auf Rügen immer noch relativ weit verbreitet. Sie war besonders kostengünstig, denn jeder Kleinbauer und Fischer konnte das Schilfrohr an den zahlreichen Uferrändern selbst ernten. Das Rohr wird im November geerntet, zu sog. „Schoofen“ gebunden und in Mieten bis etwa zum Frühsommer getrocknet. Für ein normales Dach werden rund 80 Schock Schilfrohr, das sind 4000 Schoofen mit einem Umfang von jeweils 60 cm, benötigt. Ein Rohrdach hält etwa eine Generation, manchmal auch bis zu 60 Jahre.

Die Halbinsel Mönchgut gehört zum Biosphärenreservat Südostrügen. Anders als in Nationalparken, wo die Natur sich ohne Einfluss des Menschen nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln soll, ist im Biosphärenreservat der wirtschaftende Mensch als Teil des Schutzkonzepts inbegriffen. Hier wird eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft geschützt, gepflegt und entwickelt. So sollen beispielhaft Wirtschaftsformen entstehen und gefördert werden, die mit den natürlichen, ökologischen Bedingungen in der Biosphäre im Einklang stehen und dazu beitragen, die Lebensgrundlagen des Menschen nachhaltig zu sichern. Dies betrifft jedes Gewerbe, vor allem die Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft, aber auch alle anderen Bereiche von Verkehr und Tourismus bis zu Architektur, Dorfgestaltung und Denkmalschutz.

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