Archiv für die Kategorie 'Der windreiche Norden'

Apr 15 2010

Lietzow – Bergen (1)

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Auf dem Damm zwischen dem großen und kleinen Jasmunder Bodden verlassen wir den kleinen Ort, schauen zurück nach dem weißen Schlösschen, das der Burg Lichtenstein nachempfunden und, durchqueren ein Waldstück und erreichen über einen Bootssteg Ralswiek mit seiner Naturbühne mit den Störtebecker-Festspielen, die schöne Parkanlage mit vielen seltenen Bäumen, die besonders im Herbst mit ihren Farbenvielfalt einen besonderen Genuss darstellen sowie das sanierte Neo-Renaissance-Schloss aus dem Ende des 19. Jahrhunderts – heute ein Hotel -, das an die Loireschlösser erinnert.

Die Geschichte des Ortes geht weit zurück wie Ausgrabungen nachweisen. Archäologen fanden hier Boote aus der Zeit der Ranen. Die Funde lassen vermuten, dass hier an dieser Stelle einer der größten Handelsplätze der Ranenzeit (9.-12. Jh.) gelegen hat.

Vom Park und Schloss hat man einen guten Blick auf die Naturbühne, die mit den Kulissen des Störtebecker-Dramas wie eine Geisterstadt wirkt, die Bühne öffnet sich zum Wasser hin, das mit Seeschlachten in die Aufführungen einbezogen wird. Seit Sommer 1983 werden die Störtebecker-Spiele wieder aufgeführt.

Naturbühne Ralswiek

Naturbühne Ralswiek

Um das Schloss herum wurde nach 1894 eine bereits seit 1800 bestehende Parkanlage zu einem weiträumigen Landschaftspark mit vielen interessanten und bedeutsamen Bäumen umgestaltet.

Vorbei an der Schwedenkapelle gehen wir durch überwiegend landwirtschaftlich genutztes Gebiet in Richtung Bergen und umrunden dabei teilweise den Nonnensee, er dient heute vielen Vogelarten als Brut- und Schutzplatz und als Naherholungsgebiet und kann auf einem Weg von 5 km Länge umrundet werden. Der See wird im Laufe der Zeit verlanden wird, so sagen es zumindest die Experten vor. Von einer kleinen Aussichtsplattform hat man einen schönen Blick über das Gewässer.

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Sep 29 2009

Altenkirchen – Glowe (2)

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Wir kommen zum Hafen des Fischerdorfes Breege am großen Breeger Bodden, der nahtlos in den Großen Jasmunder Bodden übergeht, und wandern weiter in Richtung Juliusruh.

Doch kurz bevor wir diesen Ort erreichen, biegen wir nach rechts ab, und gehen am zunächst stark mit Schilf bewachsenen Ufer des Großen Jasmunder Bodden nach Süden. Ein Bodden ist ein vom offenen Meer durch Landzungen abgetrenntes Küstengewässer.

Es folgt ein wunderschöner Wanderweg durch die Schaabe, eine 10 km lange, durch Sandanschwemmung entstandene Landzunge, die die Halbinsel Wittow und Jasmund miteinander verbindet und teilweise weniger als 1 km breit ist.

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Der Weg am Bodden bildet ein reizvolles Gegenstück zum Badestrand an der Ostsee. Man kann im Wald bis Glowe gehen, aber wir lieben die Abwechslung und wechseln dort, wo die Schaabe schmaler wird, also nach Großer Ort und dem langen Moor auf die andere Seite, um Glowe über den Strand zu erreichen.

Man kann auch von Breege bis an den Strand von Juliusruh gehen und dann am Strand der Schaabe Richtung Süden wandern und ggf. später zum Bodden wechseln.

Zuletzt gehen wir auf der Glower Promenade und kommen dann wieder zu unserem Auto. Auf der Rückfahrt kann man auf dem Tempelberg bei Bobbin das Abendrot und verschiedene die Anhöhe überfliegende Kranichschwärme beobachten.

Streckenlänge: ca. 21 km, flach, anfangs asphaltiert

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Sep 25 2009

Altenkirchen – Glowe (1)

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Wenn wir diese Wanderung im Herbst machen, können wir auf der Fahrt nach Norden bei Sagard meist Kraniche beobachten, die entsprechende Zeit muss man bei der Planung der Wanderung berücksichtigen, vor allem, wenn man das Auto in Glowe abstellen will, um mit dem Bus nach Altenkirchen zu fahren.

In Altenkirchen sollte man auf alle Fälle die zweitälteste Kirche Rügens mit dem freistehenden Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert besichtigen.

Die dreischiffige Hallenkirche gilt als Juwel unter den norddeutschen Backsteinkirchen. Hier wirkte Anfang des 19. Jahrhunderts der Pfarrer und Dichter Ludwig Theobul Kosegarten, der sich für die Befreiung der Bauern von der Leibeigenschaft einsetzte.

Auf einer kaum befahrenen Kopfsteinpflasterallee verlassen wir in Richtung Süden den Ort, schauen uns auf dem Friedhof, dessen Gräber mit Buchsbaum gesäumt sind, um und erleben im Sonnenschein das zarte Grün der frisch angesäten Felder, die einen schönen Kontrast zu den herbstlich gefärbten Bäumen ergeben.

Zwischen den Alleebäumen geben Sträucher immer wieder ein wenig Schutz vor dem Wind aus westlichen Richtungen 

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Sep 18 2009

Putgarten-Kap Arkona-Altenkirchen (3)

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Bald erreichen wir das beeindruckende Großsteingrab von Nobbin. Es handelt sich um ein trapezförmiges, in Nordost-Südwest-Richtung orientiertes Hünenbett.

Die Längsseiten sind nahezu komplett erhalten, an der nordöstlichen Schmalseite fehlen dagegen die meisten Steine. Auffallend ist die Südwest-Seite mit zwei beeindruckenden, großen Wächtersteinen.

Bald müssen wir den Uferweg verlassen, um den Weg nach Altenkirchen zu finden.

Man kann auch einen mehr oder weniger langes Teilstück direkt an der Wasserlinie wandern, allerdings ist das Gehen auf Kiesel- und Feuersteinen nicht gerade bequem und die Auf- und Abgänge zwischen Weg und Strand sind keine offiziell genehmigte, aber mit etwas Vorsicht kann man welche wählen, die weder gefährlich sind, noch die Natur zu sehr beanspruchen.

Streckenlänge: ca. 19 km, überwiegend flach, teilweise asphaltiert

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Sep 16 2009

Putgarden-Kap Arkona-Altenkirchen (2)

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Nach ca. 1,5 km auf dem Hochuferweg erreichen wir die kleine achteckige, weiß getünchte, unter Denkmalschutz stehende Kapelle von Vitt, die der Pfarrer Kosegarten 1806 erbauen ließ.

Ursprünglich hielt er im Freien seine berühmten Uferpredigten für die Fischer, wenn diese nicht nach Altenkirchen in die Kirche kommen konnten, weil sie bereit sein wollten, wenn die Heringsschwärme eintragen. Um nicht Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, veranlasste Kosegarten den Bau der Kirche.

Von hier aus schlängelt sich der Weg durch die 13 reetgedeckten Häusern des denkmalgeschützten kleinen Dorfs Vitt, das wie eine verwunschenes Märchendorf in einer von Bäumen bewachsenen Schlucht liegt, zum kleinen alten Fischerhafen.

Der kleine, heute eher putzig wirkende Hafen mit einem Steg für die Fischerboote blickt auf eine lange bedeutende Geschichte zurück – ihm hat der Ort sogar seine Existenz zu verdanken, denn hier befand sich schon im 12./13. Jh. ein großer Fischfang- und Fischhandelsplatz, eine Vitte, wie man die Heringsfangplätze im Mittelalter nannte. Da vor der Küste Rügens große Heringsschwärme vorkamen, entstanden an den Ufern der Halbinsel Wittow vier dieser Vitten, wo der Heringsfang auch gleich gesäubert und gesalzen wurde. Noch heute wird in der Saison am Hafen auf traditionelle Weise Fisch in großen fassförmigen Tonnenöfen geräuchert und zum Verkauf angeboten.

Wer nur eine kurze Wanderung machen, kann von der Uferkapelle auf asphaltierten Weg nach Putgarten zurückkehren und dies mit einem Besuch im Rügenhof verbinden.

Wir gehen allerdings auf einem ufernahen Weg nach Südwesten, dies kann mitunter sehr anstrengend sein, wenn nämlich eine scharfe Brise aus Westen bläst. Bei einigen Häusern am Weg gibt es mitunter eine „Kleine Rast“ mit einigen Stühle und Tische auf einem kleinen Rasenstück am Steilufer.

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Sep 14 2009

Putgarden – Kap Arkona – Altenkirchen (1)

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Wir stellen unser Auto am besten auf dem Großparkplatz am Rande von Putgarten auf Wittow ab, wenden uns aber nicht zum Dorf, sondern gehen am Ende des Parkplatzes nach links in Richtung Fernlüttkewitz, bei einem kleinen See wenden wir uns nach Norden zum Hochuferweg, dem wir dann Richtung Osten zum Gellort, dem nördlichsten Punkt der Insel, folgen.

Hier können wir zum Siebenschneiderstein an den Strand absteigen und am steinigen Strand nach Süden wandern und bei den Leuchttürmen von Kap Arkona über eine Treppe wieder aufsteigen oder nur wir genießen nur den Blick aufs Meer und gehen am Hochufer zu den Leuchttürmen, von den wir zumindest einen besteigen sollten, um die herrliche Aussicht zu genießen.

Der neuere Leuchtturm stammt von 1902 und ist 36 m hoch, er besitzt ein elektrisches. Leuchtfeuer, das 23 Seemeilen weit reicht. Der kleinere klassizistische, denkmalgeschützte „Alte“Leuchtturm, ein dreigeschossiger Backsteinbau mit quadratischem Grundriss ist 19 m hoch und wurde nach Plänen des berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel 1826-29 erbaut, er wird heute als Museum und Standesamt genutzt. Bis 1902 warnten 17 Rüböllampen, mit parabolischen Spiegeln versehen waren, die Schiffe.

Der Weg nach Vitt führt vorbei am Marinepeilturm, der 1927 für die Kriegsmarine eröffnet wurde und dient heute als Kunstmuseum und Atelier, vor der Jaromirsburg finden wir verschiedene Kunstwerke, die bei Bildhauersymposien entstanden sind, darunter ein modernes Bildnis des Slawengottes Swantevit mit seinen 4 Köpfen, die es ihm erlaubten nach allen 4 Seiten zu blicken.

Direkt an der Steilküste erhebt sich der Wall der ehemaligen slawischen Jaromarsburg. Ein breiter, 13 m hoher Hügel kennzeichnet die Lage der 1168 von den Dänen zerstörten Jaromarsburg bzw. ihres ehemaligen Burgwalls.

Der ursprünglich 200 m lange Wall im Westen der Burg bestand im unteren Teil aus Erde, worauf sich eine hölzerne Mauer erhob, die mit Erdschollen verstärkt war. Nach den drei anderen Himmelsrichtungen war die Festung auf natürliche Weise gegen Feinde abgesichert durch die Steilküste zum Meer.

Die hölzerne Festung der Jaromarsburg war in frühgeschichtlicher Zeit von den Slawen für ihr größtes Heiligtum, ein riesiges, hölzernes, bunt bemaltes Standbild ihres Hauptgottes Swantevit, errichtet worden.

Mit der Schleifung der wichtigsten Tempelburg der Slawen und der Vernichtung des hölzernen Götterbildes des Swantevit durch die dänischen Truppen unter König Waldemar I und Bischof Asalon von Roskilde begann die Christianisierung Rügens und der Untergang der slawischen Kultur.

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