Aug 01 2011

Herrliches Mönchgut

Autor: . Abgelegt unter Mönchgut

6 kammwegMönchgut ist eine von Moränen geprägte knapp 30 km² große Halbinsel im Südosten Rügens mit mehreren Landzungen wie dem Reddevitzer Höft, Klein und Groß Zicker. Die Bucht zwischen Rügen und dem Reddevitzer Höft heißt Having. Östlich liegt die Insel Greifswalder Oie.

Den Namen erhielt die Halbinsel im Mittelalter, als sie dem Klosters Eldena bei Greifswald gehörte. Fürst Jaromar II. von Rügen hatte das Land Reddevitz, das den größeren Teil der Halbinsel bildet, 1252 dem Kloster übergeben. Den übrigen, südlichen Teil der Halbinsel kaufte das Kloster 1360 von der Familie Bonow. Das Kloster trennte seinen Besitz durch den nördlich von Baabe gelegenen Mönchsgraben vom Rest Rügens ab. Nach der Reformation fiel Mönchgut an den Landesherrn.

Auf Mönchgut wächst Schilfrohr, das zum Decken der Reetdächer, oder wie man in Mecklenburg-Vorpommern sagt: Rohrdächer, verwendet wird. Diese zu Beginn des 19. Jahrhunderts übliche Dacheindeckung ist auf Rügen immer noch relativ weit verbreitet. Sie war besonders kostengünstig, denn jeder Kleinbauer und Fischer konnte das Schilfrohr an den zahlreichen Uferrändern selbst ernten. Das Rohr wird im November geerntet, zu sog. „Schoofen“ gebunden und in Mieten bis etwa zum Frühsommer getrocknet. Für ein normales Dach werden rund 80 Schock Schilfrohr, das sind 4000 Schoofen mit einem Umfang von jeweils 60 cm, benötigt. Ein Rohrdach hält etwa eine Generation, manchmal auch bis zu 60 Jahre.

Die Halbinsel Mönchgut gehört zum Biosphärenreservat Südostrügen. Anders als in Nationalparken, wo die Natur sich ohne Einfluss des Menschen nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln soll, ist im Biosphärenreservat der wirtschaftende Mensch als Teil des Schutzkonzepts inbegriffen. Hier wird eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft geschützt, gepflegt und entwickelt. So sollen beispielhaft Wirtschaftsformen entstehen und gefördert werden, die mit den natürlichen, ökologischen Bedingungen in der Biosphäre im Einklang stehen und dazu beitragen, die Lebensgrundlagen des Menschen nachhaltig zu sichern. Dies betrifft jedes Gewerbe, vor allem die Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft, aber auch alle anderen Bereiche von Verkehr und Tourismus bis zu Architektur, Dorfgestaltung und Denkmalschutz.

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