Nov 25 2010

Zu Johanni (Ende)

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Die Nacht schlief Michael unruhig und wäre deshalb fast verschlafen, im letzten Moment hörte er den Wecker und versuchte, die Langschläferin Susanne wach zu bekommen, was sich wie immer als sehr schwierig gestaltete.

„Wenn Du jetzt nicht kommst, fahre ich ohne Dich los.“

Endlich konnte es losgehen, es würde knapp werden. Dann gab Della kund, dass sie unbedingt ein tierisches Bedürfnis erledigen müsse. Als Michael anhielt, fand sie keinen passenden Platz und Michael zappelte nervös herum. Bei der Weiterfahrt hielt ihn ein klappriger Lastwagen auf.

Königsstuhl

Königsstuhl

Als er das Auto am Parkplatz beim Königsstuhl abstellte, erschien ein erster heller Streifen am Horizont. Er gab Susanne Dellas Leine, denn die Hündin war dauernd am Schnuppern, um eine Spur finden, der sie folgen konnte. Michael hastete die Treppe mit den 437 Stufen so schnell es die schlüpfrigen Stufen zuließen hinunter zum Strand, mehrmals nur mit letzter Mühe einen Sturz vermeidend. Weit hinter sich hörte er Della kläffen.

Der oberste Rand der Sonne erschien über dem Meer und er war fast unten und außer Atem. Die Sonne war zur Hälfte sichtbar, er rannte über die wackelnden und knirschenden Feuersteine in Richtung des 50 m entfernten Waschsteins.

Er konnte nicht zum Felsen schauen, denn er musste die Augen auf dem unebenen Boden haben, um nicht zu fallen. Jetzt noch durchs Wasser und er wäre am von Morgennebel umwaberten Waschstein. Er zog die Schuhe aus, die Sonne war ganz sichtbar und er meinte, im Nebel eine entschwindende Frauengestalt zu erkennen. Der Findling glänzte im Sonnenlicht.

Zu spät.

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