Monatsarchiv für November 2010

Nov 29 2010

Autofahren macht Spass, sofern

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man noch die Straße sieht, doch wenn es auf Rügen schneit oder windet, dann ist dies nicht immer gegeben, wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann.47 schnee verweht

Aber noch ist die Schneemenge harmlos, doch man kann sich gut vorstellen, was passiert, wenn es viel schneit und dann der Sturm bläst.

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Nov 25 2010

Zu Johanni (Ende)

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Die Nacht schlief Michael unruhig und wäre deshalb fast verschlafen, im letzten Moment hörte er den Wecker und versuchte, die Langschläferin Susanne wach zu bekommen, was sich wie immer als sehr schwierig gestaltete.

„Wenn Du jetzt nicht kommst, fahre ich ohne Dich los.“

Endlich konnte es losgehen, es würde knapp werden. Dann gab Della kund, dass sie unbedingt ein tierisches Bedürfnis erledigen müsse. Als Michael anhielt, fand sie keinen passenden Platz und Michael zappelte nervös herum. Bei der Weiterfahrt hielt ihn ein klappriger Lastwagen auf.

Königsstuhl

Königsstuhl

Als er das Auto am Parkplatz beim Königsstuhl abstellte, erschien ein erster heller Streifen am Horizont. Er gab Susanne Dellas Leine, denn die Hündin war dauernd am Schnuppern, um eine Spur finden, der sie folgen konnte. Michael hastete die Treppe mit den 437 Stufen so schnell es die schlüpfrigen Stufen zuließen hinunter zum Strand, mehrmals nur mit letzter Mühe einen Sturz vermeidend. Weit hinter sich hörte er Della kläffen.

Der oberste Rand der Sonne erschien über dem Meer und er war fast unten und außer Atem. Die Sonne war zur Hälfte sichtbar, er rannte über die wackelnden und knirschenden Feuersteine in Richtung des 50 m entfernten Waschsteins.

Er konnte nicht zum Felsen schauen, denn er musste die Augen auf dem unebenen Boden haben, um nicht zu fallen. Jetzt noch durchs Wasser und er wäre am von Morgennebel umwaberten Waschstein. Er zog die Schuhe aus, die Sonne war ganz sichtbar und er meinte, im Nebel eine entschwindende Frauengestalt zu erkennen. Der Findling glänzte im Sonnenlicht.

Zu spät.

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Nov 21 2010

Zu Johanni (3)

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Ferienwohnung am Schmachter See

Ferienwohnung am Schmachter See

„Sanne, wann ist Johanni?“ Michael wusste, Susanne war ein wandelndes Lexikon.

„Warum interessiert Dich das, glaubst Du etwa den Quatsch?“ Susanne fehlte jeder Sinn für das Geheimnisvolle.

„Wer weiß, vielleicht?“ Michael wollte nicht von der Illusion lassen, der er nachhing, seit der den Zettel gelesen hatte.

„Ach; Mike, jetzt erzähl mir bitte nicht, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir Menschen verstehen.“

„Stimmt doch und was schadet es, wenn wir zu Johanni zum Königsstuhl fahren?“ Michael versuchte, seine Frau zu überzeugen.

Tu, was Du nicht lassen kannst, aber ich stehe so früh sicher nicht auf, aber wenn es Dich interessiert, Johanni ist in 3 Tagen.“ Damit wandte sich Susanne der Zeitung zu, um nachzusehen, ob es eine interessante Veranstaltung auf Rügen gab. Michael legte das Papier sorgsam zwischen die Seiten seines Lieblingsbuches und folgte den Vorschlägen Susannes für die weitere Gestaltung des Urlaubs.

Am Abend vor Johanni fragte er. „Gehst Du morgen früh mit zur Kreideküste?“

„Denkst Du immer noch an den Schatz?“ Susanne schüttelte leicht verzweifelt den Kopf.

„Nein,“ klang es etwas unsicher, „aber der Sonnenaufgang an der Kreideküste ist doch immer schön“

„Gut, vielleicht kann ich einige Bilder schießen.“ Gab Susanne als die Klügere nach.

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Nov 15 2010

Zu Johanni (2)

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Er versuchte, die Flasche zu öffnen, doch ohne Werkzeug klappte es nicht. Wieder war er versucht, die Flasche wegzuwerfen, doch dann nahm er sie mit in die Ferienwohnung. Susanne schlief noch, so bereitete er das Frühstück vor und weckte sie mit einem Küsschen. Nach dem Essen suchte er einen Korkenzieher, um den Kork aus der Flasche herauszuziehen, aber ohne Erfolg. Dann brach der Korken entzwei und das Reststück stak noch im Flaschenhals.

„Was willste denn mit der alten Flasche, schmeiß sie doch in den Glascontainer“ empfahl Susanne.

„Aber da ist was drin, das ist bestimmt eine Flaschenpost“ so schnell gab Michael nicht auf.

46 della„Aha, und da sitzt bestimmt ein Geist drin, der Dir Glück bringt,“ Susanne spottete, während sie Della ein Käsestückchen gab.

„Vielleicht“, Michael versuchte, mit seinen beiden linken Händen den Kork herauszupullen.

„Gib her, Du machst nur noch die Flasche kaputt und dann liegen die ganzen Glassplitter rum.“ Sie nahm die Flasche und hatte in Nullkommanix den Korken und auch ein Stück Papier herausgezogen, sie war eben die handwerklicher begabter als ihr Mann.

Die alte Schrift war schon verblasst und in Sütterlinschrift geschrieben, die die beiden an Computerschrift Gewöhnten kaum entziffern konnten, schließlich aber waren sie sicher, wie der Text lautete:

Mensch, der Du diese Flasche gefunden hast, wirst Dein Glück finden, wenn Du am Sonnenaufgang des Johannitages zum Waschstein kommst und zu mir sagst „Ich erlöse dich“. Ich führe dich dann zum Schatz meines Geliebten Franz Störtebecker, dessen blutige Kleider ich immer zu Johanni waschen muss, bis ich endlich erlöst werde. Aber komme nicht zu spät, denn wenn die Sonnenscheibe ganz über dem Meer aufgegangen ist, müssen die Worte gesprochen sein.

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Nov 11 2010

Zu Johanni

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Der Besuch am Königsstuhl und die Sage um den Waschstein hat mich zu einer Kurzgeschichte angeregt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

45 ablaufendes wasser mit spiegelungWie bei jedem Besuch auf seiner Lieblingsinsel Rügen ging Michael am frühen Morgen mit seiner kleinen Hündin Della an den Strand zum Joggen, während seine Frau Susanne noch in Morpheus Armen ruhte. Della raste immer wieder ins Wasser, biss in die auflaufenden Wellen. Dann sprang sie an Michael hoch und brachte ihn beinahe zu Sturz.

„Soll ich Stöckchen werfen?“ fragte er seine vierbeinige Begleiterin und schaute sich auf dem gesäuberten Badestrand um. Nach einiger Zeit fand er einen geeigneten Ast und warf ihn einige Meter in die Ostsee. Della kämpfte sich durch die Wellen, bis sie das Stöckchen erreichte und brachte es quer in ihrer Schnauze heraus.. Doch sie gab es nicht zurück, sondern raste Haken schlagend und von Michael verfolgt nach Norden. Dann blieb sie stehen, ließ das Stöckchen fallen, als Michael danach greifen wollte, schnappte sie es und rannte weiter.

Irgendwann überließ sie es Michael und er warf das Stöckchen weiter ins Meer. Sie rannte hinein, schwamm herum, aber das Stöckchen war hinter einer Welle, sodass sie es nicht sehen konnte. Dafür entdeckte sie einen anderen Gegenstand, packte ihn an der schmalsten Stelle und zog ihn hinter sich her:

„Was hast Du mir denn da gebracht?“ Della gab den algenbewachsenen Gegenstand frei und Michael erkannte eine alte, verkorkte, grüne Glasflasche, in der etwas drin zu sein schien.

„Soll ich die Flasche aufmachen, was meinst Du? Kommt dann ein böser Geist heraus? Soll ich oder soll ich nicht?“

Della schüttelte sich das Wasser aus dem Fell und schaute ihn erwartungsvoll an, sie wartete darauf, dass er die Flasche wieder ins Wasser warf. Schon wollte er die Flasche wegwerfen, aber als wissbegieriger Mann – nein, das war keine bloße Neugier – wollte er schon wissen, was in der Flasche sein könnte.

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Nov 10 2010

Übertreiber machen sich leicht lächerlich

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Manchmal ärgere ich mich über Aufschneider und Übertreiber und manchmal bedaure ich Sie. Aktueller Anlass ist ein Poster bei Xing, der davon in zwei Rügen-Gruppen davon schreibt: Eine Insel im Baseballfieber.

Nun habe ich während meines gerade abgelaufenen Urlaubs wirklich intensiv nach dem Fieber auf der Insel geforscht und habe nichts über Baseball entdecken können, keine Plakate, keine Artikel in Zeitung oder Anzeigenblätter oder den rügentypischen aktuellen Broschüren.

Ich finde es gut, dass es den Initiatoren gelungen ist, einen entsprechenden Verein zu gründen und genügend Interessenten, die den Sport ausüben wollen.

Aber das rechtfertigt nicht diese maßlose Übertreibung.

Auf meinen dezenten Hinweis bei Xing hat der Schreiber nicht geantwortet, naja, sonst hätte er vielleicht zurückrudern müssen.

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Nov 07 2010

Sonnenuntergänge

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Wenn man auf einer Insel ist, ist man natürlich bestrebt, einen Sonnenuntergang am Wasser zu erleben. Das ist aber gar nicht so einfach auf Rügen, wenn man in einem der Ostseebäder urlaubt. Doch man kann auch ganz tolle Sonnenuntergänge erleben, ohne am Meer zu sein, wie die folgenden Bilder deutlich machen.

Großer Jasmunder Bodden ©walker

Großer Jasmunder Bodden ©walker

Bei Groß-Stressow ©walker

Bei Groß-Stressow ©walker

Schmachter See ©walker

Schmachter See ©walker

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Nov 06 2010

Friedwald Pansevitz

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Friedwald ©walker

Friedwald ©walker

Auf Rügen gibt es viele mehr oder weniger große Parks, teils gehören zu ehemaligen Schlössern wie in Putbus, teils zu Guts- oder Herrenhäuser. Einer der schönsten ist m.E. der Park von Pansevitz in Zentralrügen, nahe der Straße Bergen-Schaprode.

Heute wird der Park mit seinen wunderschönen Bäumen und den kleineren und größeren Teichen als Friedwald genutzt und ist daher mehr als alle vergleichbaren Parks ein Ort der Stille und Muße. Besonders schön ist der Park im Herbst, wenn die bunten Blätter die Bäume in der Sonne zum Leuchten bringen und sich die Bäume im Wasser spiegeln.

Am Eingang des Parks sieht man noch einige Mauerreste und einen Turm, den man sogar besteigen kann, allerdings ist die Aussicht nicht so toll, dass man ihn bei jedem Besuch unbedingt erklimmen muss.

Ein Besuch, der sich immer lohnt.

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Nov 03 2010

Ein Schmaus für Augen und Gaumen

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Auch wenn wir schon oft in Rügen waren, so finden wir doch immer wieder mal etwas Neues, mal zum Wandern oder Spaziergehen, mal etwas zum Einkehren.

So auch bei unserem diesjährigen Rügenbesuch, so haben wir erstmals den Gutspark von Kartzitz besucht, darüber werde ich noch berichten und wir haben zum ersten Mal in Zirkow das Cafe Schokolat besucht. Das einer alten Rüganer Scheune nachempfundene Haus haben wir schon vor vielen Jahren besucht, aber durch die wechselnde Nutzung haben wir das Ganze aus den Augen verloren.

Dieses Mal hat uns das Hinweisschild neugierig gemacht und so haben wir das Cafe besucht. Wunderschön eingerichtet und dekoriert, macht es einfach Spass, dort zu sitzen und sich umzusehen. Die schön eindeckten Tische mit wunderschönen Sammeltassen, die vielen Kaffeekannen, die schönen Tischdecken und die mit hübschen Kissen dekorierten Stühle.

Als wir dann Tee und heiße Schokolade bestellt hatten, wurden wir überrascht, dass die Sammeltassen, die vor uns auf dem Tisch standen, von der Bedienung mit den Worten entfernt, dass wir dies nicht benötigen würden und bald wurde das Glas Tee und den Pott Schokolade serviert.

Die heiße Schokolade schmeckt hervorragend, vor allem die fein geraspelte Schokolade über der Sahne ergibt einen ganz besonderen Genuß, allerdings ist der Preis dafür nicht gerade wenig, vor allem, wenn man die durchaus günstigen Preise für Tee oder Kaffee berücksichtigt.

Lecker auch die Haselnussschokolade aus der eigenen Produktion, die mit der Rechung serviert wurde und diese versüßte.

Aber einmal kann man sich das ja durchaus leisten und bei einem unserer nächsten Besuche werden wir sicher wieder hier sein.

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Nov 02 2010

Nicht nur Radfahrer können nicht lesen,

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oder waren das gestern vielleicht Radfahrer, die auch nach dem Verlassen des Fahrradsattels ihre Lesefähigkeit nicht wiedergewonnen haben, aber damit will ich es mit der Radfahrerschelte genug sein lassen und Ihnen lieber einen Vorgang am Nordperd schildern.

40 küste im nebelWir gehen auf dem Hochuferweg zu der Aussichtsplattform über dem Südstrand, als wir auf einem schmalen, ganz alten Pfad zwei Nordic-Walker die Steilküste hochklettern sehen, ohne Rücksicht auf die Natur, auf das eigene Leben und die entsprechenden Hinweisschilder. Man ist in solchen Momenten fast versucht, diesen Unverbesserlichen irgendetwas nicht ganz Nettes zu wünschen, tut es aber dann doch nicht.

Allerdings kann man die Ortsverwaltung auch nicht ganz frei sprechen von einer gewissen Mitschuld, denn auf vielen Karten ist eingezeichnet, dass man sowohl vom Nordstrand als auch vom Südstrand zum Nordperd auf einem erlaubten Weg hochsteigen kann, wenn dann beide Aufstiege gesperrt sind, ohne dass irgendwann vorher darauf hingewiesen wird, dann kommt es zu solchen – trotzdem unverständlichem – Verhalten von Unbelehrbaren.

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