Sep 16 2009

Putgarden-Kap Arkona-Altenkirchen (2)

Autor: . Abgelegt unter Der windreiche Norden

4 vitt Kopie

Nach ca. 1,5 km auf dem Hochuferweg erreichen wir die kleine achteckige, weiß getünchte, unter Denkmalschutz stehende Kapelle von Vitt, die der Pfarrer Kosegarten 1806 erbauen ließ.

Ursprünglich hielt er im Freien seine berühmten Uferpredigten für die Fischer, wenn diese nicht nach Altenkirchen in die Kirche kommen konnten, weil sie bereit sein wollten, wenn die Heringsschwärme eintragen. Um nicht Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, veranlasste Kosegarten den Bau der Kirche.

Von hier aus schlängelt sich der Weg durch die 13 reetgedeckten Häusern des denkmalgeschützten kleinen Dorfs Vitt, das wie eine verwunschenes Märchendorf in einer von Bäumen bewachsenen Schlucht liegt, zum kleinen alten Fischerhafen.

Der kleine, heute eher putzig wirkende Hafen mit einem Steg für die Fischerboote blickt auf eine lange bedeutende Geschichte zurück – ihm hat der Ort sogar seine Existenz zu verdanken, denn hier befand sich schon im 12./13. Jh. ein großer Fischfang- und Fischhandelsplatz, eine Vitte, wie man die Heringsfangplätze im Mittelalter nannte. Da vor der Küste Rügens große Heringsschwärme vorkamen, entstanden an den Ufern der Halbinsel Wittow vier dieser Vitten, wo der Heringsfang auch gleich gesäubert und gesalzen wurde. Noch heute wird in der Saison am Hafen auf traditionelle Weise Fisch in großen fassförmigen Tonnenöfen geräuchert und zum Verkauf angeboten.

Wer nur eine kurze Wanderung machen, kann von der Uferkapelle auf asphaltierten Weg nach Putgarten zurückkehren und dies mit einem Besuch im Rügenhof verbinden.

Wir gehen allerdings auf einem ufernahen Weg nach Südwesten, dies kann mitunter sehr anstrengend sein, wenn nämlich eine scharfe Brise aus Westen bläst. Bei einigen Häusern am Weg gibt es mitunter eine „Kleine Rast“ mit einigen Stühle und Tische auf einem kleinen Rasenstück am Steilufer.

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